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Glen Goldberg zeigt: Carl Brunn- Fotografien

Damals : Carl Brunn spielt Fußball. Das heißt, meistens sitzt er als zweiter Torwart der D2-Jugend von Blau Weiß Köln auf der Bank. Hin und wieder darf er dann aber doch ran. Wie bei der Partie gegen DJK Köln-Nord, die mit 0:12 verloren ging. „Ich war in dem Spiel nicht schlecht.“, behauptet er noch heute trotzig. Und dennoch hängt er nach diesem Kick Fußball- und Torwarthandschuhe an den Nagel.

Dann : Carl Brunn schaut Fußball, mit Vorliebe den des FC aus Köln und der Alemannia aus Aachen. Die Jahre vergehen, er studiert Foto-Design und beweist fortan in etlichen Arbeiten ein spezielles Auge für die Welt. Mit Blick auf sein spielerisches Können wird er auf dem Rasen nicht mehr aktiv. „Bevor ich Schiri werde, mache ich lieber Fotos.“.

Heute : Carl Brunn fotografiert Fußball. Eine telefonische Anfrage ist es, die seine beiden Leidenschaften zusammenführt. Die Bitte, einen Kalender von Alemannia Aachen zu bebildern, kann und will er nicht ausschlagen. „Das war der Anruf, auf den ich zwanzig Jahre gewartet habe.“. Seitdem demonstriert er auch auf dem Gebiet des runden Leders seinen Blick für das Besondere. Zwei großformatige Kalender der Alemannia entstehen, zahlreiche Fotos erscheinen in diversen Publikationen wie DIE ZEIT, 11Freunde oder auch Bolzen.
Ausgabe 3 des letztgenannten Magazins zeigt jetzt Teile seiner Fotoserie zur Bolzplatzszene der Fußballrepublik. In diesen Bildern vermittelt Carl Brunn liebevoll genau den Charme, den die Spielfelder zwischen graffitibeschmierten Hauswänden, und Metallzäunen ausmachen. Schönheiten in Asche und Beton aber auch in Gänseblümchenromantik präsentiert er und begeistert damit den Betrachter. Ganz gleich, ob dieser je selbst auf holprigem Untergrund gekickt hat oder nicht.

Und : Carl Brunn ist Mitherausgeber von IN DER PRATSCH, dem unabhängigen Magazin für abhängige Alemannen. Am Ball ist er nach wie vor inaktiv.

www.carlbrunn.de
www.in-der-pratsch.de